Zeitraum: 12. März – 18. März 2001
Zwei Ferrari im Kies, ein überfluteter Sepang International Circuit und ein Boxenstopp, bei dem zeitweise nicht einmal der richtige Reifensatz bereitlag: Der Große Preis von Malaysia 2001 hätte für Ferrari innerhalb weniger Minuten vollkommen entgleisen können. Stattdessen verwandelten Michael Schumacher und Rubens Barrichello das Chaos in einen Doppelsieg. Entscheidend war eine riskante Reifenwahl, die auf der schnell abtrocknenden Strecke perfekt funktionierte. Dahinter lieferte Jos Verstappen im Arrows eine seiner stärksten Formel-1-Vorstellungen – und machte aus dem zweiten Saisonrennen eines der denkwürdigsten Rennen des Jahres 2001.
Nach Melbourne steht Ferrari sofort wieder unter Beobachtung
Zwei Wochen zuvor hatte Michael Schumacher den Saisonauftakt in Melbourne gewonnen. Ferrari reiste damit als Maßstab nach Malaysia, doch die Kräfteverhältnisse waren noch keineswegs eindeutig. David Coulthard hatte in Australien nur knapp hinter Schumacher das Ziel erreicht, während Williams-BMW bereits erkennen ließ, dass der neue FW23 und die Michelin-Reifen erhebliches Potenzial besaßen. Malaysia sollte deshalb erstmals deutlicher zeigen, ob Ferrari wirklich einen strukturellen Vorteil besaß oder Melbourne lediglich ein besonders gelungener Saisonstart gewesen war.
Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und plötzlich einsetzender Starkregen gehörten in Sepang zum normalen Risiko. Gleichzeitig war 2001 die erste Saison des neuen Reifenkriegs zwischen Bridgestone und Michelin. Williams fuhr auf Michelin, Ferrari und McLaren auf Bridgestone. Schon vor dem Wochenende galt daher nicht nur die Abstimmung der Autos als entscheidend, sondern auch die Frage, welcher Reifenhersteller die extremen Strecken- und Wetterbedingungen besser beherrschen würde. Genau diese Unsicherheit sollte am Sonntag den gesamten Rennverlauf bestimmen.
Ralf Schumacher bringt Ferrari im Qualifying unter Druck
Von einer erdrückenden Ferrari-Dominanz konnte am Samstag keine Rede sein. Michael Schumacher sicherte sich mit 1:35,220 Minuten zwar seine sechste Pole Position in Folge, doch Rubens Barrichello lag lediglich 0,099 Sekunden zurück. Noch bemerkenswerter war Ralf Schumacher: Der Williams-Pilot fehlte auf Rang drei nur 0,291 Sekunden. Zwischenzeitlich hatte der jüngere Schumacher sogar die Bestzeit gehalten und seinen Bruder gezwungen, für den letzten Versuch noch einmal an die Grenze zu gehen. Williams war damit endgültig mehr als nur ein gelegentlicher Störenfried.
McLaren hatte größere Schwierigkeiten. Mika Häkkinen erreichte mit 0,820 Sekunden Rückstand noch Startplatz vier, David Coulthard kam dagegen nicht über Rang acht hinaus. Dazwischen standen Jarno Trulli im Jordan und Juan Pablo Montoya im zweiten Williams. Jos Verstappen begann sein Wochenende dagegen dort, wo der Arrows A22 meistens zu finden war: im hinteren Mittelfeld. Seine 1:38,509 Minuten bedeuteten lediglich Startposition 18. Dass er am folgenden Nachmittag zeitweise um die Spitze fahren würde, war nach diesem Qualifying kaum vorherzusehen.
Das nasse Warm-up liefert die erste Warnung
In der Nacht regnete es heftig, und auch das Warm-up fand auf nasser Strecke statt. Barrichello setzte im Ferrari die Bestzeit vor Coulthard und Trulli. Auffällig war allerdings Verstappen: Der Niederländer fuhr den Arrows auf Rang fünf und lag nur 1,745 Sekunden hinter Barrichello. Michael Schumacher kam lediglich auf Position sieben. Für das Rennen war daraus noch keine klare Prognose abzuleiten, doch die Session zeigte bereits, dass Verstappen mit dem A22 unter schwierigen Bedingungen erheblich konkurrenzfähiger sein konnte als auf trockener Strecke.
Bis zum Rennstart trocknete Sepang wieder vollständig ab. Die Streckentemperatur lag bei mehr als 40 Grad Celsius, sodass zunächst niemand mit einer unmittelbaren Regenentscheidung rechnen musste. Schumacher hatte jedoch schon vor dem Start ein Problem: Wegen eines Öllecks an seinem vorgesehenen Rennwagen wechselte er in das Ersatzauto. Auch Enrique Bernoldi musste auf ein Ersatzchassis zurückgreifen. Noch bevor das Rennen überhaupt begonnen hatte, entwickelte sich der Nachmittag damit zu einem Vorgeschmack auf das folgende Chaos.
Schon der Startversuch gerät durcheinander
Der erste Start musste abgebrochen werden. Giancarlo Fisichella hatte seinen Benetton nicht korrekt in der Startaufstellung positioniert und blieb stehen. Für Heinz-Harald Frentzen war die zusätzliche Einführungsrunde dagegen ein Geschenk: Sein Jordan hatte zuvor ein Elektronikproblem gezeigt, das während der Verzögerung zurückgesetzt werden konnte. Beim zweiten Versuch traf es Juan Pablo Montoya. Der Williams blieb stehen, der Kolumbianer wechselte in das Ersatzauto und musste schließlich aus der Boxengasse starten.
Als das Feld endlich losfuhr, kam Kimi Räikkönen nicht einmal bis zur ersten Kurve. Ein Defekt im Antriebsstrang beendete das Rennen des Sauber-Rookies praktisch noch auf der Startgeraden. Vorne verteidigte Michael Schumacher die Führung, während Barrichello schlechter wegkam. Ralf Schumacher zog neben dem Ferrari vorbei, doch in Kurve eins berührte Barrichello das Heck des Williams. Ralf drehte sich und fiel vom dritten Platz bis ans Ende des Feldes zurück.
Verstappen gewinnt zwölf Positionen in einer Runde
Während sich das Feld um den querstehenden Williams sortieren musste, fuhr Verstappen eine außergewöhnliche erste Runde. Von Startplatz 18 arbeitete er sich bis auf Rang sechs vor – zwölf Positionen innerhalb weniger Kilometer. Häkkinen verlor dagegen beim Ausweichen mehrere Plätze, während Coulthard vom achten Startplatz bis auf Rang vier nach vorne kam. Nach einer einzigen Runde hatte sich die Reihenfolge hinter den beiden Ferrari beinahe vollständig verändert.
Verstappens Auftakt war mehr als eine glückliche Folge des Chaos in der ersten Kurve. Er nutzte die freien Linien konsequent und brachte den Arrows genau dort durch, wo andere Fahrer Zeit verloren. Seine Leistung passte zu einer seiner bekannten Stärken: Starts gehörten während seiner gesamten Karriere zu den Bereichen, in denen er regelmäßig über dem Niveau seines Materials agieren konnte. In Sepang bekam diese Fähigkeit wenige Minuten später eine noch größere Bedeutung.
Panis hinterlässt Öl – dann kommt der Regen
An der Spitze setzten sich die beiden Ferrari zunächst ab. Doch Olivier Panis‘ Rennen endete bereits in der zweiten Runde mit einem Motorschaden. Der BAR hinterließ dabei Öl auf der Strecke. Kurz darauf setzte der angekündigte Regen ein. Als Schumacher und Barrichello die betreffende Passage erreichten, verloren beide nahezu gleichzeitig die Kontrolle. Die Ferrari rutschten durch das Kiesbett, konnten aber weiterfahren. Barrichellos F2001 verlor dabei unter anderem ein Aerodynamikteil. Jarno Trulli erbte kurzzeitig die Führung.
Dann verwandelte sich der Regen innerhalb kürzester Zeit in einen tropischen Wolkenbruch. Teile der Strecke standen unter Wasser, während andere Bereiche noch erheblich trockener waren. Jacques Villeneuve, Eddie Irvine, Juan Pablo Montoya und Enrique Bernoldi rutschten ins Kiesbett und schieden aus. Auch Trulli drehte sich aus der Führung, konnte seinen Jordan jedoch wieder in Bewegung setzen. Die Rennleitung schickte schließlich das Safety Car auf die Strecke. Nach gerade einmal wenigen Rennrunden war von der ursprünglichen Ordnung fast nichts mehr übrig.
Ferrari macht beim Reifenwechsel alles kompliziert
Ferrari reagierte auf den Regen mit einem Doppelstopp – und produzierte dabei zunächst ein erhebliches Durcheinander. Barrichello kam als erster der beiden Fahrer herein. Die Mechaniker hatten jedoch zunächst den für Schumacher vorgesehenen Reifensatz bereitgelegt. Anschließend fehlte Barrichellos rechter Vorderreifen, während am beschädigten Ferrari zusätzlich gearbeitet werden musste. Schumacher wartete dahinter. Beide Fahrer verloren dadurch massiv Zeit und fielen tief ins Feld zurück.
Als die Boxengasse sich wieder sortiert hatte, führte Coulthard vor Frentzen und Verstappen. Barrichello lag nur auf Rang zehn, Schumacher sogar auf elf. Aus einer komfortablen Ferrari-Doppelführung war innerhalb weniger Minuten eine scheinbar aussichtslose Ausgangslage geworden. Doch inmitten des chaotischen Stopps hatte Ferrari eine Entscheidung getroffen, die den weiteren Nachmittag bestimmen sollte: Beide F2001 erhielten keine klassischen Regenreifen, sondern Intermediates.
Keine reine Ross-Brawn-Geschichte
Die Entscheidung für Intermediates wird rückblickend häufig allein Ross Brawn zugeschrieben. Tatsächlich war die Situation differenzierter. Schumacher erklärte nach dem Rennen ausdrücklich, dass die Wahl der Intermediates auch von ihm selbst mitgetragen worden sei. Ferrari wusste, dass die Reifen auf der zunächst extrem nassen Strecke schwierig zu kontrollieren sein würden. Gleichzeitig erwartete das Team, dass der Regen nachlassen und der heiße Asphalt in Sepang schnell wieder abtrocknen würde.
Das Safety Car spielte Ferrari zusätzlich in die Hände. Während die Strecke für mehrere Runden neutralisiert war, mussten Schumacher und Barrichello die schwierigste Phase auf ihren Intermediates nicht im Renntempo überstehen. Als das Safety Car am Ende von Runde zehn die Strecke verließ, begann der Asphalt bereits wieder abzutrocknen. McLaren und ein Großteil der Konkurrenz hatten dagegen auf volle Regenreifen gesetzt. Was während des stärksten Niederschlags vernünftig erschienen war, wurde innerhalb weniger Minuten zum entscheidenden Nachteil.
Verstappen fährt plötzlich auf Platz zwei
Beim Restart führte Coulthard. Frentzen lag zunächst auf Rang zwei, musste sich aber fast sofort Verstappen geschlagen geben. Damit fuhr der Arrows, der aus der neunten Startreihe gekommen war, plötzlich an zweiter Stelle. Verstappen nutzte die Bedingungen ausgezeichnet und hielt sich vor Autos, die unter normalen Umständen deutlich schneller waren. Für einige Runden war der Abstand zwischen ihm und der Spitze klein genug, dass aus einer bemerkenswerten Aufholjagd eine echte Position im Vorderfeld geworden war.
Hinter ihm begann allerdings Ferraris Gegenangriff. Schumacher arbeitete sich durch das Feld, während die Intermediates mit jeder trockeneren Runde stärker in ihr Arbeitsfenster kamen. Zeitweise waren die Ferrari mehrere Sekunden pro Runde schneller als jene Fahrer, die auf Regenreifen unterwegs waren. Verstappen war einer der wenigen, die Schumacher zumindest kurz Widerstand leisten konnten. Aber auch der Arrows konnte die Kombination aus F2001, Bridgestone-Intermediate und Schumacher nicht dauerhaft aufhalten.
Vier Runden vom elften Platz bis an die Spitze
Schumachers Aufholjagd war kurz und kompromisslos. Nach dem Restart lag er außerhalb der Punkteränge. Bereits wenige Runden später hatte er sämtliche Gegner vor sich überholt. Zunächst ging er an Barrichello vorbei, anschließend folgten die Fahrer, die sich während der Safety-Car-Phase an der Spitze gesammelt hatten. Innerhalb von vier Rennrunden war der Weltmeister wieder in Führung. Barrichello arbeitete sich ebenfalls durch das Feld und erreichte wenig später Rang zwei.
Damit war das Rennen im Grunde entschieden. Auf der immer trockener werdenden Strecke besaß Ferrari einen Reifenvorteil, den kein anderes Team kompensieren konnte. Schon wenige Runden später lag Schumacher deutlich vor Coulthard. Der McLaren-Fahrer hatte beim Reifenwechsel keine offensichtlich falsche Entscheidung getroffen – volle Regenreifen waren während des heftigsten Niederschlags nachvollziehbar. Doch die Wetterentwicklung machte aus Ferraris Risiko innerhalb weniger Minuten die deutlich bessere Lösung.
Häkkinen findet keinen Weg an Verstappen vorbei
Für Verstappen war der Kampf dagegen noch lange nicht beendet. Als die Strecke trockener wurde und die schnelleren Autos wieder ihre normale Leistungsfähigkeit fanden, konnte er sich weiterhin im Vorderfeld halten. Besonders Mika Häkkinen verbrachte einen erheblichen Teil des Rennens hinter dem Arrows. Der McLaren war auf der Geraden nicht überzeugend, und Häkkinen fand zunächst keinen Weg vorbei. Selbst als sich die Bedingungen stabilisierten, verteidigte Verstappen seine Position mit bemerkenswerter Konsequenz.
In der Schlussphase entwickelte sich daraus ein enger Kampf mit Frentzen und Häkkinen. Als der McLaren Verstappen attackierte, gerieten beide weit nach außen und Frentzen nutzte die Situation, um vorbeizugehen. Verstappens endgültiger Verlust der Spitzenpositionen entstand jedoch nicht durch einen technischen Defekt, sondern durch seine Strategie. In Runde 43 musste er ein weiteres Mal stoppen und genügend Kraftstoff für die Schlussphase aufnehmen. Damit fiel er aus dem unmittelbaren Kampf um die Punkteränge zurück.
Ralf Schumacher rettet Williams die ersten Michelin-Punkte
Auch Ralf Schumacher hatte nach seiner Kollision in der ersten Kurve noch ein bemerkenswertes Rennen zu fahren. Vom Ende des Feldes arbeitete er sich mehrfach nach vorne, wurde aber durch seine Strategie und mehrere Stopps immer wieder zurückgeworfen. Am Ende erreichte er trotzdem Platz fünf. Damit holte Williams die ersten beiden WM-Punkte der Saison – und Michelin die ersten Punkte seit der Rückkehr des französischen Herstellers in die Formel 1.
Heinz-Harald Frentzen brachte den Jordan auf Position vier ins Ziel. Häkkinen wurde trotz der schnellsten Rennrunde nur Sechster. Seine 1:40,962 Minuten in Runde 48 zeigten, dass am Ende durchaus Tempo vorhanden war, doch zu diesem Zeitpunkt waren die entscheidenden Chancen längst verloren. Verstappen folgte als Siebter. Ein WM-Punkt blieb ihm damit knapp verwehrt, obwohl seine Fahrt zu den auffälligsten Leistungen des gesamten Rennens gehörte.
Ferrari macht aus einem Beinahe-Desaster einen Doppelsieg
Michael Schumacher gewann nach 55 Runden mit 23,660 Sekunden Vorsprung auf Barrichello. Coulthard kam weitere knapp fünf Sekunden dahinter als Dritter ins Ziel. Frentzen, Ralf Schumacher und Häkkinen komplettierten die Punkteränge. Für Schumacher war es der sechste Grand-Prix-Sieg in Folge, wenn die letzten vier Rennen der Saison 2000 mitgezählt werden. Ferrari hatte damit einen Nachmittag gewonnen, an dem beide Autos gleichzeitig im Kies gestanden und anschließend wie sichere Verlierer ausgesehen hatten.
Der Erfolg war dabei weder ausschließlich taktisches Genie noch reine fahrerische Überlegenheit. Ferrari profitierte von mehreren Faktoren zugleich: Die Autos überstanden die Ausritte, das Safety Car neutralisierte einen großen Teil des verlorenen Rückstands, die Entscheidung für Intermediates passte perfekt zur Wetterentwicklung und beide Fahrer konnten den entstehenden Reifenvorteil konsequent nutzen. Gerade diese Kombination machte Malaysia 2001 so außergewöhnlich. Aus einer Reihe eigener Probleme entstand innerhalb weniger Runden eine Demonstration der Stärke des Gesamtpakets.
Verstappen bleibt ohne Punkt – aber nicht ohne Wirkung
Auf dem Ergebnisblatt steht für Verstappen lediglich Platz sieben. Der Rennverlauf erzählt eine deutlich größere Geschichte. Von Startposition 18 sprang er in einer einzigen Runde auf Rang sechs, fuhr während der Regenphase zeitweise auf Platz zwei und hielt später Häkkinen über viele Runden hinter sich. Der zusätzliche Boxenstopp kostete ihn schließlich die Möglichkeit, für diese Leistung einen WM-Punkt mitzunehmen.
Für Verstappens Formel-1-Karriere blieb Sepang deshalb eines jener Rennen, in denen Ergebnis und tatsächliche Leistung weit auseinanderliegen. Der Arrows war kein Auto für Podestplätze, und unter vollständig trockenen Bedingungen konnte der Niederländer das Tempo der Topteams nicht halten. Doch als Reaktion, Fahrzeugbeherrschung und Mut wichtiger wurden als reine Leistungsfähigkeit, war Verstappen plötzlich mitten im Spitzenfeld. Genau solche Nachmittage begründeten seinen Ruf als Fahrer, der unter ungewöhnlichen Bedingungen erheblich mehr aus seinem Material herausholen konnte.
Nach zwei Rennen steht Ferrari bereits deutlich vorn
Mit dem zweiten Sieg im zweiten Saisonrennen erhöhte Schumacher sein Konto auf 20 Punkte. Coulthard und Barrichello folgten mit jeweils zehn, Frentzen lag nach zwei punktreichen Rennen bei fünf. Häkkinen hatte dagegen erst einen WM-Punkt gesammelt. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari bereits mit 30 Punkten deutlich vor McLaren mit elf. Jordan folgte mit fünf, Sauber mit vier und Williams mit zwei Zählern.
Zwei Rennen waren noch viel zu wenig, um die Weltmeisterschaft bereits für entschieden zu erklären. Dennoch hatte Malaysia eine wichtige Botschaft geliefert. Ferrari verfügte nicht nur über ein schnelles Auto. Selbst ein Ausritt beider Fahrer, ein chaotischer Boxenstopp und der Verlust fast der gesamten Streckenposition reichten nicht aus, um den F2001 aus dem Kampf um den Sieg zu nehmen. McLaren musste reagieren – und Williams hatte gleichzeitig erstmals gezeigt, dass ein neuer Gegner auf dem Weg nach vorne war.
Ein Rennen, das mehrere Geschichten gleichzeitig erzählte
Malaysia 2001 wird häufig auf Schumachers Regenfahrt und Ferraris Intermediate-Entscheidung reduziert. Das greift zu kurz. Der Grand Prix war ebenso der erste deutliche Hinweis auf die neue Stärke von Williams-BMW, ein problematisches Wochenende für McLaren und eine der besten Formel-1-Fahrten von Jos Verstappen. Gleichzeitig zeigte das Rennen, wie dünn die Grenze zwischen richtiger Strategie und völliger Fehlentscheidung unter wechselnden Bedingungen sein konnte.
Ferrari gewann nicht, weil alles nach Plan verlief. Das Gegenteil war der Fall. Innerhalb weniger Minuten hatte das Team fast alles verloren: die Führung, die Streckenposition und während des chaotischen Boxenstopps sogar die organisatorische Kontrolle. Der Doppelsieg entstand erst aus der Reaktion auf dieses Chaos. Gerade deshalb bleibt Sepang 2001 eines jener Rennen, die die Stärke des Ferrari-Schumacher-Pakets jener Jahre besser erklären als ein problemloser Start-Ziel-Sieg.
Grand Prix von Malaysia 2001
| Pos. | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1:35,220 |
| 2 | Rubens Barrichello | 1:35,319 |
| 3 | Ralf Schumacher | 1:35,511 |
| 4 | Mika Häkkinen | 1:36,040 |
| 5 | Jarno Trulli | 1:36,180 |
| 6 | Juan Pablo Montoya | 1:36,218 |
| 7 | Jacques Villeneuve | 1:36,397 |
| 8 | David Coulthard | 1:36,417 |
| 9 | Heinz-Harald Frentzen | 1:36,578 |
| 10 | Olivier Panis | 1:36,681 |
| 11 | Nick Heidfeld | 1:36,913 |
| 12 | Eddie Irvine | 1:37,140 |
| 13 | Jean Alesi | 1:37,406 |
| 14 | Kimi Räikkönen | 1:37,728 |
| 15 | Luciano Burti | 1:38,035 |
| 16 | Giancarlo Fisichella | 1:38,086 |
| 17 | Jenson Button | 1:38,258 |
| 18 | Jos Verstappen | 1:38,509 |
| 19 | Gaston Mazzacane | 1:39,006 |
| 20 | Tarso Marques | 1:39,714 |
| 21 | Fernando Alonso | 1:40,249 |
| 22 | Enrique Bernoldi | keine Zeit |
| Pos. | Fahrer | Zeit / Rückstand |
|---|---|---|
| 1 | Rubens Barrichello | 1:49,763 |
| 2 | David Coulthard | +1,083 |
| 3 | Jarno Trulli | +1,283 |
| 4 | Kimi Räikkönen | +1,502 |
| 5 | Jos Verstappen | +1,745 |
| 6 | Heinz-Harald Frentzen | +2,298 |
| 7 | Michael Schumacher | +2,553 |
| 8 | Nick Heidfeld | +3,589 |
| 9 | Olivier Panis | +3,707 |
| 10 | Jacques Villeneuve | +3,719 |
| 11 | Ralf Schumacher | +5,346 |
| 12 | Juan Pablo Montoya | +5,515 |
| 13 | Mika Häkkinen | +7,301 |
| 14 | Jean Alesi | +8,069 |
| 15 | Eddie Irvine | +8,559 |
| 16 | Gaston Mazzacane | +8,653 |
| 17 | Giancarlo Fisichella | +8,893 |
| 18 | Luciano Burti | +11,357 |
| 19 | Enrique Bernoldi | +11,867 |
| 20 | Fernando Alonso | +12,008 |
| 21 | Tarso Marques | +14,586 |
| 22 | Jenson Button | +17,284 |
| Pos. | Fahrer | Zeit / Status |
|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1:47:34,801 |
| 2 | Rubens Barrichello | +23,660 |
| 3 | David Coulthard | +28,555 |
| 4 | Heinz-Harald Frentzen | +46,543 |
| 5 | Ralf Schumacher | +48,233 |
| 6 | Mika Häkkinen | +48,606 |
| 7 | Jos Verstappen | +1:21,560 |
| 8 | Jarno Trulli | +1 Runde |
| 9 | Jean Alesi | +1 Runde |
| 10 | Luciano Burti | +1 Runde |
| 11 | Jenson Button | +2 Runden |
| 12 | Gaston Mazzacane | +2 Runden |
| 13 | Fernando Alonso | +3 Runden |
| 14 | Tarso Marques | +4 Runden |
| DNF | Giancarlo Fisichella | 31 Runden |
| DNF | Jacques Villeneuve | 3 Runden |
| DNF | Nick Heidfeld | 3 Runden |
| DNF | Enrique Bernoldi | 3 Runden |
| DNF | Juan Pablo Montoya | 3 Runden |
| DNF | Eddie Irvine | 3 Runden |
| DNF | Olivier Panis | 1 Runde |
| DNF | Kimi Räikkönen | 0 Runden |
Pole Position
Michael SchumacherFerrari · 1:35,220
Warm-up
Rubens BarrichelloFerrari · 1:49,763
Rennsieger
Michael SchumacherFerrari · 55 Runden
Schnellste Runde
Mika Häkkinen1:40,962 · Runde 48
Aufholjagd
Jos VerstappenStartplatz 18 · Zielplatz 7
WM nach dem Rennen
Michael Schumacher20 Punkte aus 2 Rennen
| Pos. | Fahrer | Zeit | Runde |
|---|---|---|---|
| 1 | Mika Häkkinen | 1:40,962 | 48 |
| 2 | Ralf Schumacher | 1:41,503 | 54 |
| 3 | Michael Schumacher | 1:41,833 | 2 |
| 4 | Rubens Barrichello | 1:42,037 | 2 |
| 5 | Heinz-Harald Frentzen | 1:42,119 | 50 |
| 6 | David Coulthard | 1:42,839 | 47 |
| 7 | Jos Verstappen | 1:43,029 | 55 |
| 8 | Jacques Villeneuve | 1:43,470 | 2 |
| 9 | Jarno Trulli | 1:43,559 | 52 |
| 10 | Luciano Burti | 1:43,697 | 52 |
| 11 | Jean Alesi | 1:43,853 | 53 |
| 12 | Juan Pablo Montoya | 1:43,926 | 2 |
| 13 | Gaston Mazzacane | 1:43,991 | 53 |
| 14 | Jenson Button | 1:44,891 | 52 |
| 15 | Nick Heidfeld | 1:45,328 | 2 |
| 16 | Fernando Alonso | 1:45,585 | 50 |
| 17 | Tarso Marques | 1:46,016 | 50 |
| 18 | Giancarlo Fisichella | 1:46,982 | 2 |
| 19 | Enrique Bernoldi | 1:47,294 | 2 |
| 20 | Eddie Irvine | 1:51,532 | 2 |
| 21 | Olivier Panis | – | – |
Fahrer-WM · nach 2 von 17 Rennen
| 1. Michael Schumacher | 20 |
| 2. Rubens Barrichello | 10 |
| 3. David Coulthard | 10 |
| 4. Heinz-Harald Frentzen | 5 |
| 5. Nick Heidfeld | 3 |
| 6. Ralf Schumacher | 2 |
| 7. Mika Häkkinen | 1 |
| 8. Kimi Räikkönen | 1 |
Konstrukteurs-WM · nach 2 von 17 Rennen
| 1. Ferrari | 30 |
| 2. McLaren-Mercedes | 11 |
| 3. Jordan-Honda | 5 |
| 4. Sauber-Petronas | 4 |
| 5. Williams-BMW | 2 |
